|
Capica® Der Oberflächenersatz des Schultergelenkes für Patienten mit Rotatorenman-schettendefekt
Einleitung
Der Oberflächenersatz am Schultergelenk hat in den beiden letzten Dekaden ein erfolgreiche Entwicklung vollzogen und ist heutzutage ein erfolgreiches Konzept zum endoprothetischen Gelenkersatz des Schultergelenkes insbesondere beim jungen Patienten. Bei der Indikationsstellung für diese Methode stellt jedoch der Defekt der Rotatorenmanschette oftmals ein Ausschlußkriterium dar.
Grundlagen
Durch die Dezentrierung des Humeruskopfes bei Patienten mit einer Rotatorenmanschetten-defektarthropathie kommt es zum massiven Funktionsverlust des Schultergelenkes. Dieses Problem war über viele Jahrzehnte nicht lösbar. Mit Entwicklung der inversen Schulterprothesen-Philosophie wurde die Situation für die Patienten erheblich günstiger.
Durch die Distalisierung des Rotationszentrums des Humeruskopfes kann bei der inversen Schulterendoprothese der M.deltoideus wieder eine Abduktion des Armes im Schultergelenk bewirken.
Nachteilig ist bei der inversen Prothesen-Philisophie jedoch u.a., dass es zu erheblichen Kräften auf die glenoidale Verankerung kommt und dass die humerale Komponente bei Adduktion des Armes an der Skapula anstößt. Dieses Phänomen führt vielfach zu Lockerungen des Implantates. Bei der Revision einer inversen Schulterendoprothese stehen jedoch nur begrenzte Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.
Defektarthropatie bei jungen Patienten
Um den großen Knochenverlust bei der Implantation der inversen Prothese zu vermeiden und um noch operative Rückzugsmöglch-keiten im Falle einer Revision zu haben, werden in einigen Zentren nun Oberflächenprothesen bei Patienten mit Defektarthropathie implantiert. Diese bieten sich insbesondere bei Patienten an, die bei einer Defektarthropathie noch unter 70 Jahre alt sind.
Hierbei wird die Oberflächenprothese etwas mehr valgisch implantiert, so dass das Implantat mit Akromion und coracoacromialen Bogen artikuliert. Allerdings ist die vorangehend beschriebene Distalisierung des Rotationszentrums bei der Implantation des Oberflächenersatzes nur bedingt zu erzielen.
Capica® Designüberlegungen Um nun zusätzlich auch noch den M.deltoideus besser einsetzen zu können, bietet es sich an, eine Oberflächenprothese so zu fertigen, dass mittels einer deutlich verdickten Wandstärke die Distanz zwischen Akromion und Rotationszentrum des Humeruskopf vergrößert wird. Hierdurch ergeben sich ähnliche Effekte, wie bei der Implantation einer inversen Prothese.
Es bleibt jedoch der erhebliche Vorteil, des deutlich geringeren Knochenverlustes bei der Implantation einer Oberflächenprothese im Vergleich zur inversen Pro-these. Dieses offenbart sich in einer deutlich verkürzten Operationszeit, einem geringeren Blutverlust und einer schnelleren Rehabilitation des Patienten.
Designmerkmale
Darüber hinaus erlaubt die Oberflächenprothese im Falle einer notwendigen Revision noch weitere Rückzugsoptionen (z.B. Arthrodese, Wechsel auf andere Schaftprothese, Wechsel auf inverse Prothese). Ein wichtiges Designmerkmal bei der Capica® Prothese sind die hochpolierten Ränder, die es erlauben, die Nähte zur Refixation der Subskapularissehne durch den Knochen zu führen, ohne dass die Gefahr besteht, dass diese Nähte bei zyklischer Belastung durch den Prothesenrand zerrieben werden.
Implantatbeschreibung
Sämtliche Capica® Implantate bestehen aus implatan® Titan-Schmiedelegierung und sind in den Durchmessern 42mm bis 54mm (2mm Schritte) verfügbar. Die keramische Oberflächenbeschichtung mit TiN zeichnet sich durch verbesserte tribologische Eigenschaften aus. Zur Verbesserung der Osteointegration sind die Capica® Schulterkappen mit einer cpTi Reintitan-Beschichtung versehen. Zur Unterstützung der Primärverankerung dient ein konischer Hohlschaft, dessen Recht-eckprofil die gewünschte Primärstabilität erzeugt.
Instrumentarium
Das ausgereifte Instrumentarium ermöglicht die stufenlose Valgisierung der Prothesen zwischen 0° und 30°. Das offene Design der Oberflächenfräser vereinfacht die Kontrolle der Frästiefe während des Fräsens.
Das Capica® Schultersystem wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. med. Dr. h.c. J. Jerosch, Johanna-Etienne-Krankenhaus, Neuss entwickelt.
[1] “Vergleichende Analyse zweier zementloser Schulteroberflächenersatzsysteme”; Dipl.Ing. K.Sellenschloh, Prof.Dr. habil M.Morlock Ph.D.; Institut für Biomechanik, Technische Universität Hamburg-Harburg |