MUTARS® Xpand und BioXpand nichtinvasive und biologische Wachstumsprothesen
MUTARS® Xpand, ein modulares Implantat, welches mit einem angetriebenen Teleskop ausgestattet ist. Xpand bietet die Möglichkeit der nichtinvasiven Prothesenverlängerung durch drahtlose Energieübertragung.
Die Prothese selbst ist wird von einem Elektromotor angetrieben. Durch ein elektromagnetisches Feld wird, von einer externen Kontrolleinheit gesteuert, die elektrische Energie mittels einer auf die Haut aufgesetzten Antenne in die Prothese übertragen. Die Verlängerung selbst kann ohne Narkose und Operation durchgeführt werden. Somit ist es möglich, die Prothese in kleinen Schritten ohne die Gefahr von Schädigungen an Nerven oder Gefäßen durchzuführen.
Die Wachstumsprothese kann entweder einzeitig oder zweizeitig implantiert werden. Das heißt, der Antrieb kann entweder sofort während der ersten OP eingesetzt werden oder, in einem zweiten Schritt, erst nachdem eine Beinlängendifferenz sichtbar ist. Abhängig von der Resektionslänge variiert die mögliche Prothesenverlängerung zwischen 50mm und 100mm. Die Prothese selbst ist kompatibel mit den MUTARS Prothesen für Erwachsene. Somit kann nach Abschluss des Wachstums die Prothese gewechselt werden, der integrierte Verankerungsschaft aber verbleiben. Im Gegensatz dazu verbindet das Prinzip der biologischen Wachstumsprothese die Tumorprothese mit einem verlängerbaren Marknagel. Somit wird nicht die Prothese, sondern mittels Kallusdistraktion der Knochen verlängert. Die final zum Einsatz kommenden Marknägel werden von der Firma Wittenstein intens hergestellt und sind seit mehreren Jahren im erfolgreichen Einsatz.
Da zum Zeitpunkt der Tumorresektion und Implantation der Prothese keine Beinlängendifferenz vorliegt sowie die Neubildung von Knochen unter Chemotherapie nicht zu erwarten ist, wird die Prothese für die Erstimplantation mit einem „Dummy“-Nagel bestückt. Es handelt sich bei der Interimsprothese um ein vollwertiges Implantat, welches dementsprechend ausgelegt ist, über mehrere Jahre die entsprechenden mechanischen Belastungen zu ertragen.
Sobald sich eine entsprechende Beinlängendifferenz eingestellt hat, soll der „Dummy“-Nagel in einer zweiten Operation gegen den elektromotorisch betriebenen Marknagel ausgetauscht werden. Anschließend folgt der Verlängerungszyklus. Momentan ist hier eine Verlängerung von bis zu 80mm möglich. |